Liedertafel & Cäcilia

Die (eigentliche) Chorgemeinschaft,
oder bei uns der „Alte Chor“.

Seit dem Jahre 1976, während der Dirigentschaft von Alois Günther aus Fürstenberg, bildet der MGV Cäcilia Wünnenberg mit dem benachbarten MGV “Liedertafel“ Fürstenberg eine Chorgemeinschaft. Man vereinbarte, daß die Vereine selbständig bleiben, jedoch alle öffentlichen Auftritte gemeinsam durchgeführt werden. Auf Wunsch des Dirigenten Karl-Heinz Henn wird ab 1979 auch gemeinsam geprobt und zwar abwechselnd in Fürstenberg und Wünnenberg. Ziel war neben Kostensenkungen auch den Chorklang insgesamt zu verbessern.
Zu dieser Konstellation gesellte sich bei Konzerten auch der MGV Nuttlar, der ebenfalls von Karl-Heinz Henn dirigiert wurde.
Das Zusammentun mit Fürstenberg als Chorgemeinschaft war eine gute und richtige Entscheidung. Die freundschaftlichen Beziehungen der beiden Vereine wuchsen in den folgenden erfolgreichen Jahren.
Beide Vereine blieben auch weiterhin eigenständig mit Satzung, Vorstand und eigenen Finanzen.

 

(Chorgemeinschaft 1994)

 

 

 

 

Chronik der Cäcilia Bad Wünnenberg

Die Chronik berichtet uns, daß im Jahre 1874 eine Schar sangesfreudiger Herren sich im Gasthaus “Zum Kastanienbaum“ zusammenfand und den Männergesangverein „Cäcilia“gründeten. Die musikalische Leitung übernahm der an der hiesigen Schule tätige Hauptlehrer Bürger
.
In den ersten Jahren sah der MGV“Cäcilia“ seine Hauptaufgabe darin, bei besonderen Anlässen den Gottesdienst zu verschönern. Als Aufgabe des Vereins wird in den Statuten vom 19.1.1913 aber auch die“ gesellige Erheiterung“genannt. Aus diesem Grunde und um den Verein finanziell zu stärken, wurden alljährlich Theaterstücke aufgeführt und gemütliche Abende veranstaltet, die sich großer Beliebtheit erfreuten.

Außer den Statuten aus dem Jahr 1913 liegen keine alten Vereinsunterlagen mehr vor. Die alte Vereinschronik wurde am Gründonnerstag des Jahres 1945 durch Kriegseinwirkungen leider vernichtet. So kann sich der Chronist bis zum Jahre 1964 nur auf die Aussagen alter Mitglieder und Gönner stützen.

Die jetzige Vereinsfahne wurde aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens im Jahre 1924. Hergestellt wurde sie von den ranziskanerinnen in Salzkotten für 359,-Mark.

Im Jahre 1965 wählte der Verein wieder einen Schriftführer, der das Vereinsleben schriftlich festhalten sollte.
So berichtet uns die Chronik im Jahre 1966 letztmalig von einer Theateraufführung für Einheimische und Gäste. Daß das Singen in einer Chorgemeinschaft viel Freude machen kann, erlebten die Sänger mit den Chören aus Fürstenberg und Oesdorf, die zusammen beim Kreissängerfest1966 in Salzkotten auftraten. Es bestand der Wunsch, sich des öfteren zu einem gemeinsamen Lied zusammenzufinden.

Im Jahre 1974, zum 100-jährigen Stiftungsfest, wurde dem Verein die „Zelter-Plakette“ verliehen. Eine Abordnung unter der Leitung des !.Vorsitzenden Georg Bernard konnte die Auszeichnung im Kaisersaal von Aachen vom Innenminister des Landes NRW entgegennehmen. Das Jubiläum wurde mit 14 befreundeten Chören in einem Freundschaftssingen gebührend gefeiert.

Wie schon in den Statuten von 1913 festgeschrieben, hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit mit gesanglichen Darbietungen zu unterhalten. Ein „Singen im Mai“erfreute viele Jahre die Wünnenberger Bevölkerung.

Zu den besonderen Highlights zählten auch folgende Auftritte:
1979 Konzert mit den „Westfälischen Nachtigallen“
1980 Gemeinsames Konzert mit der „Mühlheimer Sing-und Spielschar“
Und Weihnachtskonzerte in den drei Orten der Chorgemeinschaft
1981 Bischofsmesse im Dom zu Paderborn
1984 Konzert“Männerchöre mit Melodie und Rhythmus“
1985 Rundfunkauftritt bei WDR1
1986 „Deutsche Messe“von Rübben
Herbstkonzert „Der Wein und die Jagd“
1987 Konzert beim MGV Hengelo/Holland
1988 Weihnachtskonzert mit dem Kinderchor Büren
1989 Weihnachtskonzert in Büren

Mit dem Dirigentenwechsel von Karl-Heinz Henn zu Bernd Schübeler endeten auch die gemeinsamen Auftritte mit dem MGV Nuttlar.
Auch unter dem neuen Dirigenten wurde alle zwei Jahre ein Konzert gegeben wie z.B. 1992 unter dem Motto“Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht…“.

1994 feierte der Chor sein 120-jähriges Bestehen im Rahmen eines Konzertes mit 10 befreundeten Chören. Die Sänger Erwin Schumacher und Heinrich Hoppe wurden für 40 Jahre aktives Singen geehrt. Unserem Senior Josef Loer, der 85-jährig kaum eine Probe versäumte, konnte für 70 Jahre aktives Singen die goldene Sängernadel des Sängerbundes NRW verliehen werden.

Die Chorgemeinschaft gestaltet neben ihren Konzerten auch öffentliche oder private Auftritte. So 1995 beim Heimatgebietstag und beim Treffen aller mit dem Namen“Wünnenberg“ in Wünnenberg oder 1996 bei der Einweihung der Aatal-Klinik. Im Jahre 1996 erfreute die Chorgemeinschaft zu Weihnachten unter dem Dirigenten Joachim Senft erstmals mit dem Musikverein Wünnenberg die Bevölkerung mit einem vorweihnachtlichen Konzert. Unter dem Motto“Musik erfüllt die Welt, Singen heißt verstehen“stimmte die Chorgemeinschaft mit dem Bürener Kinderchor und dem Frauenchor Cantate während zweier Konzerte auf das Weihnachtsfest ein.

Das Vereinsleben lebt natürlich auch von geselligen Runden, z.B. von den Wandertagen oder von Ausflügen in die nähere oder weitere Umgebung. So auch ins Sauerland, an die Weser, nach Wernigerode oder auch schon nach Rothenburg ob der Tauber.

Stets besaß der Verein 30-40 aktive Sänger.Durch verstärkte Mitgliederwerbung in den 70er Jahren konnte ein „Tief“aus den Nachkriegsjahren ausgeglichen und sogar auf 49 Sänger gesteigert werden.

Seit Gründungsdatum haben folgende 1. Vorsitzende den Verein geleitet:

Franz Tölle
Xaver Hegers
Franz Borghoff
Georg Bernard
Johannes Salmen
Paul Hoverath
Hugo Hüser

Den Dirigentenstab, somit die Chorleitung übernahmen für den Zeitraum:

Hauptlehrer Bürger
Hauptlehrer Heine
Hauptlehrer Albracht
Hauptlehrer Cramer
Hauptlehrer Rohm
1919-1959 Hauptlehrer Kuchenbuch
1960-1974 Organist Alfred Schipke
1974-1976 Alois Günther
1976-1990 Karl-Heinz Henn
1990-1995 Bernd Schübeler
1995-2012 Hans-Joachim Senft
Ab Januar 2013 Melanie Howard-Friedland

Chronist Friedhelm Göckede

 

 

 

 

Chronik des MGV Liedertafel Fürstenberg

Kulturelles Leben hat in Fürstenberg schon immer eine große Rolle gespielt. Die Liedertafel ist diesem Anspruch gerecht geworden und hat sich durch Gesang, verbunden mit Erhaltung und Pflege des deutschen Liedgutes, verdient gemacht.

Der Ursprung des Vereins liegt um 1867, als 4 junge Handwerker (Johann Hillebrand, Josef Kemper, Walter Stiehl und Josef Riese) die damals als Handwerksgesellen unterwegs waren, in Köln ihre Meisterbriefe erworben und dort beim damals schon bekannten MGV Köln den Chorgesang kennen und schätzen gelernt hatten. In ihre Heimat zurückgekehrt, riefen sie zur Gründung eines Männergesangvereins auf und sind somit gewissermaßen die Väter der Liedertafel. Schon gleich in der Gründungsversammlung am 26. September 1867 wurde die “ Liedertafel“ aus der Taufe gehoben und mit 38 Mitgliedern der Verein mit Statuten, Vorstand und Gründungsprotokoll festgeschrieben.

Die Liedertafel ist damit der älteste MGV im alten Bürener Land und ist mit seiner Gründung nur fünf Jahre jünger als der Deutsche Sängerbund. Interessant ist der festgelegte Vereinszweck: “Gesellige Unterhaltung, Förderung der Feierlichkeit bei Gottesdiensten und Pflege des deutschen Männergesanges“.

Das Notenmaterial aus den Anfängen ist ausschließlich handgeschrieben und meist als Ziffernpartitur ausgefertigt. Ein ausgefertigtes Exemplar dieser Notenbücher ist damals dem Deutschen Sängerbund übergeben worden und wird im Museum zu Coburg aufbewahrt.

Die erste öffentliche Anerkennung des Vereins fand durch die Verleihung einer Vereinsfahne durch die Bürger der Gemeinde Fürstenberg statt. Die Urkunde hierüber ist datiert vom 25. Juli 1875. Leider galt die Fahne mit Zusammenbruch des dritten Reiches zwischenzeitlich als verschollen, wurde aber in schlechtem Zustand glücklicherweise wiedergefunden und blieb dem Verein als kostbares Erinnerungsstück erhalten.

Das erste gemeinsame Fest aller Gesangvereine des damaligen Kreises Büren fand am 18. August 1901 in Büren statt. Seit damals wird eifrig an Sängerfesten im Umland teilgenommen. Schon in den ersten Jahren herrschte auch auf kultureller Ebene ein reges Vereinsleben. Berichtet wird von der Aufführung von Theaterstücken, veranstalten von Tanzkränzchen und dem Feiern von Stiftungsfesten.
In einer Chronik wird vom 27. Januar 1906 berichtet, dass eine große Kaisergeburtstagsfeier veranstaltet wurde.

Das erste Jubiläum wird im Jahre 1907 – 40 Jahre – gefeiert, danach werden Jubiläen im 10-, Jahresrhythmus bis zum 100- jährigen Bestehen gefeiert, danach im 5- Jahresrhythmus. Diese besonderen Festakte wurden in der Vergangenheit mit groß angelegten Sängerfesten mit Einladungen vieler Gastvereine, heute eher als Konzerte mit erlesenem Programm begangen. Schon früh ist die Rede von einem gemischten Chor, in den Kriegs- und Nachkriegszeiten. Da es an Männern fehlte wurde um die Teilnahme junger Damen im gemischten Chor geworben. So wurde in dieser Notzeit aus dem Männerchor ein gemischter Chor, der aber seltsamerweise nur wenige Jahre nach den beiden Kriegen fortbestand. Über das „Warum“ könnte gerne spekuliert werden, so einer der früheren Chronisten.

Am 06.06.1948 tritt die Liedertafel dem Sängerkreis Paderborn- Büren bei, mit insgesamt 25 aktiven Mitgliedern. Nach den Kriegsjahren hat sich der Verein schnell wieder seinem ureigensten Zweck zugewandt. Auch kulturell sind Fahrten zum Theaterbesuch in Bielefeld, zu Operetten- und Freilichtaufführungen mit im Vereinsprogramm.

Als ganz besondere Ereignisse sind die Teilnahme am Bundessängerfest in Mainz, sowie Feste des deutschen Sängerbundes in Mainz-Stuttgart-Essen und die Teilnahme am österreichischen Bundesfest im Jahre 1958. Von den Einladungen in Mainz und Österreich befinden sich Vereinsplaketten als Erinnerung im Vereinsbesitz.

1981, Teilnahme, bzw. Mitgestaltung der Festmesse am Liboridienstag im Dom zu Paderborn

Bei einem Frühlingskonzert 1985 in Fürstenberg treten zum ersten Mal der inzwischen aufgelöste Frauenchor Cantate und der MGV Fürstenberg gemeinsam als gemischter Chor auf.

Viele Aktivitäten des Vereinslebens sind bereits aufgezählt, alle unzähligen Veranstaltungen aufzuführen würde den Rahmen sprengen, nur ein kurzer Überblick über besondere Anlässe ist hier gegeben!

Bemerkenswert für diesen Verein sind die jahrzehntelange Treue zum Verein. Ehrungen für 40, 50 und sechzigjährige Mitgliedschaften sind keine Seltenheit, ja selbst auf 70 jährige Mitgliedschaften und Ehrungen kann der Verein verweisen. Eine solche Tradition verpflichtet. Im Wandel der Zeit soll es Aufgabe und Ansporn sein, das von den Gründern der Liedertafel übernommene Erbe zu erhalten und zu pflegen und weiter auszubauen.

Am Schluss noch ein paar Daten und Namen derer, die sich um die Vereinsgeschicke auch besonders bemüht haben:

Seit Gründungsdatum haben folgende 1. Vorsitzende den Vereins geleitet:

Josef Riese
Josef Wulf
Ferd. Weitekamp
Josef Wiedemeyer
Josef Trilling
Xaver Fingerhut ab 1970
Hubert Stratmann ab 11.02.1995
Ulrich Mühlenbein ab 10.10.2012

Den Dirigentenstab, somit die Chorleitung übernahmen für den Zeitraum:

Hauptlehrer Johann Schlüter von 1867 bis etwa 1905
Gerichtsbeamter Anton Ringmann von 1906 bis 1912
Fotograf Wilhelm Günther von 1912 bis 1952
Wilhelm Günther jr. von 1953 bis 1958
Erich Günther ab Sommer 1958
Alois Günther
Karl- Heinz Henn bis 1990
Bernd Schübeler ab März 1990
Hans- Joachim Senft
Melanie Howard- Friedland ab Januar 2013